Deine Angst gehört zu dir

 

Vielleicht erging es dir als Kind so wie mir.

Ich fürchte mich nachts allein im Dunkeln zu sein,

mochte nie in einen dunklen Keller gehen.

Jeder Mensch hat Angst.

Jeder sehnt sich danach, von ihr frei zu werden.

Aber du wirst die Angst nie loswerden, sie gehört zu dir.

Du kannst sie positiv verstehen. Sie ist ein Schutz vor Gefahren.

Vor allem aber weist sie dich  darauf hin,

dass du dein Leben nie vollständig absichern kannst.

Du bleibst den Bedrohungen des Lebens ausgeliefert.

Unglück kann niemanden von sich fernhalten.

Du kannst es verdrängen und hinter einem fröhlichen Gesicht verstecken.

Aber das verkrampft nur.

Auch die Angst, allein zu sein, sich zu blamieren, das Leben nicht zu schaffen, ist stärker als wir.

Du musst lernen, diese Angst als Teil deines Menschenseins zu akzeptieren.

Das kostet Mühe und ist anstrengende Arbeit.

Aber du musst kein Held sein und kein Kraftmensch.

Du kannst deine Angst anderen gegenüber zugeben und von ihr frei und offen sprechen.

Das macht dich noch liebenswerter.

Denn wenn du deine Angst benennst, ist das der Anfang davon,

dass du mit ihr leben kannst, ohne dich zu verkrampfen.

 

(Quelle: Helga Adolphsen "Frei sein auf dem Weg ins Leben")